»Windegge«

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und steht, wo dereinst man,
nach dem fällen und brennen der bäume,
die erde aufbrach mit hacke, egge und pflug,
wo der schweiß die landschaft noch in gesichter grub
und schwer wie der schlaf auf die erde fiel,
wo kartoffelfeuer brannten und ihr rauch, wie kains rauch,
wolkig schwarz schräg zum himmel stieg.
gehäutet, gehälftert wie sonst winters ein schwein
und mit eisernen zinken zwölfundzwölfmal gespickt,
wächst er aus der erde und eggt noch den wind
und eggt, zwischen den jahren, noch regen und schnee.

und steht, wo heute noch landschaft ist,
die nichts als schön in die augen fällt,
monumentales idyll mit berg, himmel und baum,
in dem geschichte wie auf einem foto erstarrt.
vielleicht aber einmal, verhakt sich in den eisen der wind,
der bräche aus den fugen und wächst zum sturm.
und dann stiege einer eisen um eisen hoch
und greift den himmel und was dereinst war
bräche zwölfundzwölfmal gebrochen aus der erde hervor
und läge auf den eisen, als der sturm in den herzen gefriert
wie frisch gefallener schnee

»Windegge«, Paul Sebastian Feichter –  Text: Josef Oberhollenzer

07 01 99

Dieses Kulturdenkmal wurde 1998 im Rahmen der Nordischen Ski WM 1999
als Ausdruck der Verbindung von Kunst und Sport errichtet.

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