»mein Avatar« in 3D anaglyph

»1980 auf Santorini« – ein altes Bild – nun umgewandelt in eine 3D Anaglyphe

»KATZENHASEN – HASENKATZEN« – Vor einiger Zeit habe ich an einem Fotogramm meiner Tochter die Umwandlung eines zweidimensionalen Flachbildes in eine dreidimensional wirkende, anaglyphe Stereografik beschrieben. Damals hatte ich mir für das Bild vier »Tiefenebenen« vorgestellt – als bildnerische Möglichkeiten, Gegenstände in einem Bildraum anzuordnen bzw. gewissermaßen hintereinander zu staffeln.

Nun hier, in diesem Bild verfeinere ich das Verfahren etwas und gehe zuerst von 6, später sogar von 8 Tiefenebenen aus. Ich definiere sie von hinten nach vorn, wie unten in der Ebenen-Darstellung zu sehen, wähle sie mit dem Polygonlasso aus, und speichere jeweils die Auswahl. Dass ich den Inhalt der Auswahlen jeweils noch in eine einzelne Ebene einfüge und diese auch benenne, dient nur zur Verdeutlichung und Orientierung. Die eigentliche Arbeit erfolgt mit den gesicherten Auswahlen. Es sind schließlich ausgewählt:

  • eine Ebene der »Wand«
  • eine Ebene der »Stuhllehne« hinten im Raum
  • eine Ebene der Figur »Avatar«
  • eine Ebene ihrer »Unterarme«
  • eine Ebene des seitlich stehenden Stuhls, einschließlich der »Tasse« auf dem Tisch, und des hinteren Glases
  • eine Ebene des vorderen Glases, eben »ganz vorn«

– Später füge ich dann Nase und Wangen sowie die »hinteren« Haare als 7. und 8. Ebene hinzu.

Nun aktiviere ich die Hintergrundebene – nur in ihr wird jetzt gearbeitet – und wechsle zur Ansicht der Kanäle. Dort sind nun auch die sechs zuerst gespeicherten Auswahlen sichtbar.

In der Folge wird nun innerhalb des Bildes (Hintergrundebene) auf jede geladene Auswahl einzeln und nur im aktivierten Rot-Kanal der Photoshop-Filter »Verschiebungseffekt« angewandt. Du findest ihn unter Filter/Sonstige Filter/Verschiebungseffekt.

Für die »horizontale« Verschiebung nach rechts trage ich für jede meiner »ausgewählten« Tiefenebenen die Werte ein, die ich auch schon in meinen sechs Bildebenen vorgesehen und dargestellt habe. Die Wand bekommt also den Eintrag -8, die hintere Stuhlebene ein -4, das  Glas ganz vorn ein +4 usw.. »Kantenpixel wiederholen« bleibt immer aktiv! Nach erfolgter Verschiebung innerhalb des roten Farbkanals aktiviere ich stets in der Kanäle-Palette »RGB« insgesamt, um die 3D-Wirkung zu überprüfen.

Die ursprüngliche flache Bildebene wird in diesem System durch eine »0« dargestellt, alle negativen Werte führen zu virtuellen Ebenen im hinteren Bildraum, alle positiven Werte zu Ebenen – scheinbar davor. Ich bin hier in diesem Beispiel sehr dezent vorgegangen …

Größere Zahlen im negativen bzw. positiven Bereich können zu extremen 3D-Wirkungen führen … Allerdings müssen wir uns immer klar machen, dass die einzelnen Ebenen selbst flach bleiben. Anders ausgedrückt, wir setzen Bildscheiben hintereinander in den Raum, sandwichen vertikal nach vorn bzw. nach hinten. Um diesen Scheibeneindruck abzumildern und einer echten 3D-Fotografie möglichst nahe zu kommen, habe ich z.B. jede meiner Auswahlen vor der Anwendung des Verschiebungseffektes mit einer weichen Auswahlkante von 5 Pixeln versehen. Die Wangen-Nase-Ebene und die Ebene der »hinteren« Haare bekommen übrigens nachträglich nur ein +1 bzw. -1.

Nun probiere es vielleicht selbst einmal aus, an einem einfachen Beispiel …

Abstand 20 Pixel

Pfeil senkrecht nach obenAbstand senkrecht 600 2


About this entry