… ein Blick auf »Stereokarten«

»The Maid of the Mist«

Quelle: Library of Congress

Schauen wir uns historische Stereokarten an, verwenden wir, sofern uns kein Stereobetrachter (Stereoskop) zur Verfügung steht, die Parallelblick-Technik oder den sogenannten Kreuzblick, um die räumliche Wirkung wahrzunehmen. Besonders trifft dies natürlich auf die Betrachtung am Computer-Monitor zu. Aus diesem Grund werden auf vielen Web-Seiten zum Thema Stereoskopie die Stereokarten sowohl für die eine als auch für die andere Betrachtungsweise parallel dargestellt und durch entsprechende Symbole gekennzeichnet.

Ich selbst beherrsche z.B. nur den Parallelblick, bin aber auch froh darüber, ist es mir doch dadurch leicht möglich, auf Flohmärkten angebotene Stereographien ohne weitere Hilfsmittel auf ihre »räumlichen« Qualitäten hin zu beurteilen. Für eine Betrachtung mit Kreuzblick müsste ich ja erst die »Karten« zerschneiden und die Teilbilder vertauschen. Damit wäre wohl kein Händler einverstanden …

Hier bei »Ortskundeprüfung« werden übrigens alle gezeigten Stereokarten nur in ihrer originalen Anordnung gezeigt, also z.B. zum Betrachten mit dem Stereoskop Omnium bzw. mit dem Parallelblick.

➢ antike Stereokarten & anaglyphe Bilder

➢ einige Stichworte zur Stereofotografie

»who-invented-3d-anaglyphs«

unter diesem Titel veröffentlichte Sean Gleeson auf seiner Seite »SWELL 3D« einen Beitrag, der uns gewissermaßen zum Anfang der Erkenntnis unserer stereoskopischen Wahrnehmung zurückführt, ins Jahr 1838, in dem Sir Charles Wheatstone vor der Royal Society of London die Grundlagen der räumlichen Wahrnehmung erklärte und sein Stereoskop einführte. Es war ein Spiegelstereoskop und das muss man berücksichtigen, wenn man sich Wheatstones Zeichnungen ansieht, die dann Sean Gleeson wiederum nachgezeichnet und in anaglyphe Darstellungen zur Betrachtung mit einer 3D-Brille umwandelt hat.

© Sean Gleeson auf Swell 3D

Auf den ersten Blick hin sehen Wheatstones Zeichnungen tatsächlich den normalen Stereokarten ähnlich, nur dass es sich eben um relativ abstrahierte Strichzeichnungen handelt. Und ich selbst habe mich prompt geirrt. Mit meinem »Parallelblick« schaute ich mir auf Seans Seite das herausgehobene Beispiel an (siehe oben), empfand natürlich eine räumliche Wahrnehmung, doch sie war von Wheatstone genau andersherum gemeint. Denn er benutzte ja ein Spiegel-Stereoskop. Ich hätte mir seine Zeichnung mit der Kreuzblick-Technik ansehen oder aber die beiden Teilbilder im Bildbearbeitungsprogramm vertauschen müssen. Das gilt natürlich für alle 11 Zeichnungen Wheatstones, die Sean Gleeson uns zeigt (»The first 3D anaglyphs ever published«), zusammen übrigens mit dem Link zu Stereoscopy.com-The Library, in der wir den originalen Artikel Wheatstones finden (Volume 128 of Philosophical Transactions of the Royal Society of London).

Wie hat es Wheatstone gemeint?

Nach außen oder nach innen?

Pfeil senkrecht nach obenAbstand senkrecht 600


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