»Teilbilder 1« … Parallelblick

für cromax

Ganz im Sinne eines unserer Blogschwerpunkte, der »S t e r e o s k o p i e« werfen nun Cromax und ich jeweils einen »P a r a l l e l b l i c k« auf die Texte, Bilder und Kommentare des anderen. Ein schönes Beispiel des Austauschens von Ideen, Hinweisen, Problemlösungen und schließlich auch der Freude an unseren Ergebnissen –

»Alien-Cube«

… erstellt von cromax im 3D Programm »Blender«, später dann in eine Anaglyphe umgewandelt

©  cromax auf Cromac COMIC BLOG

Hallo Cromax
Dein »Alien Cube«, den Du heute am 2.10. auch im Comicforum regelrecht »herausgestellt« hast, ist Dir einfach klasse gelungen. Der Würfel schwebt sehr schön in deutlichem Abstand virtuell vor dem Bildschirm, besonders in der vergrößerten Darstellung. Ich denke, dieses Beispiel wird noch viele Graphic–Comic-Photoshop-3D-Fans dazu ermutigen, ähnliches zu versuchen. Du selbst solltest unbedingt so weitermachen, denn auch Deine »Schneemann-3D-Seite« ist in diesem Zusammenhang sehr interessant. Vielen Dank auch dafür, dass Du im Comicforum, einen Link zu meinem Blog gesetzt hast. Wenn es Dir Recht ist, würde ich gern Dein »Alien« – Bildbeispiel in meiner »Ortskundeprüfung« zeigen, natürlich auf Dein Copyright hinweisen, einen kleinen passenden Text dazu schreiben und somit insgesamt wieder auf Deinen Blog und die Bildverknüpfung mit dem Onepager zurückweisen. Lass mich bitte Deine Meinung dazu wissen.
Liebe Grüße von khnemo

Hallo Cromax,
vielen Dank dafür, dass ich Deinen »Alien Cube« in einen meiner demnächst folgenden Artikel einbauen darf, und vielen Dank auch für den auch theoretisch sehr interessanten Link zu den »Stereoskopischen Anamorphosen«. Ich sehe sie gleich im Zusammenhang mit den von danjacob in einem seiner Alben so genannten »Anaglyph Phantograms«. Diese sind einfach fantastisch. Zudem werden einige davon auch von Flickr-Mitgliedern kommentiert und wenn man sich geduldig durch die Kommentare klickt, erscheint auch ab und an eine Spur von zusätzlichen Informationen. Falls Du diese Seite noch nicht kennst, nimm Dir unbedingt einmal eine Stunde Zeit dafür, wie gesagt – ein Fest für die Augen!!! Und der Comic Fan in Dir kommt auch nicht zu kurz. Sean Gleeson hat freundlicherweise und offensichtlich ebenfalls ganz begeistert beschrieben, wie diese Phantogramme betrachtet werden sollten. Falls Du über ein Laptop verfügst – einfach das Display weit zurückklappen. Mit meinem iMac geht es ebenfalls problemlos. – Viel Spaß!!!

Deine Antwort hat mich übrigens gleich animiert, einmal meinen ersten Versuch mit dem 3D-Programm »Bryce« (für Mac) (Blender gibt es offensichtlich nur für Windows) herauszusuchen. Damals habe ich logischerweise die »Kamerafunktion« des Programms genutzt, die »Kamera« also für ein zweites Bild vom gleichen Motiv seitlich etwas verschoben und mir gewissermaßen »synthetisch/virtuell« und sehr surrealistisch anmutend eine echte »Stereokarte« hergestellt.
Heute habe ich diese in eine Anaglyphe umgewandelt … und werde nun in den nächsten Tagen einen Text dazu schreiben und u.a. zusammen mit Deinem »Alien Cube« in meinen Blog einstellen. Es braucht aber noch ein wenig Zeit. – Viele Grüße von khnemo

»surreal anmutende Landschaft mit Kristallei« Stereokarte (Parallelblick)
… mein erster stereografischer Versuch in »Bryce«

Bedingt durch den Abstand unserer Augen zueinander, sieht man mit dem linken einen Gegenstand aus einer etwas anderen Blickrichtung als mit dem rechten Auge. Erst im Sehzentrum des Gehirns werden diese perspektivisch leicht unterschiedlichen Ansichten zu einer einzigen Raumwahrnehmung verschmolzen. In der Stereofotografie bzw. in allgemein stereografischen Arbeitsvorgängen wird dieser Vorgang mittels zweier Abbildungen (auch »Teilbilder« genannt) nachgeahmt, deren Perspektivität der des Augenabstands entspricht. Für das Betrachten nebeneinander und stets aus der Sicht des »Kameramannes« montiert, stellen  die beiden Teilbilder z.B. unsere »Stereokarten« dar. Um beim Betrachten der »Stereografien« den 3D-Effekt hervorzurufen, müssen diese stereoskopischen Teilbilder also jeweils dem rechten und linken Auge zugeordnet und getrennt dargeboten werden, damit das linke Auge nur das linke und das rechte Auge nur das rechte Bild zu sehen bekommt. Stereoskope verfügen zu diesem Zweck meist über einen trennenden Steg in Blickrichtung, gewissermaßen zwischen den Augen, so als wäre unsere Nase extrem erweitert worden …
Beim Anaglyphenverfahren wird mittels Farbfilterung getrennt: rot/grün bzw. rot/cyan. Entsprechend werden die beiden Bildpaare in rot und grün bzw. rot und cyan übereinander gedruckt bzw. im Bildbearbeitungsprogramm entsprechend eingefärbt und montiert und wir tragen dann tapfer und zur Erheiterung unserer Freunde diese schicken Brillen … Dabei wird im Grünfilter der Brille das grüne und im Rotfilter das rote Teilbild unsichtbar. So erhält jedes Auge nur die ihm zugeordnete Bildinformation des gegenfarbigen Teilbildes und leitet sie ins Sehzentrum weiter, wo die unterschiedlichen Ansichten wieder zu einer räumlichen Wahrnehmung verschmelzen.

Weiterführende Informationen, theoretische Texte und künstlerische stereografische Arbeiten von Achim Bahr, findest Du z.B. auch auf der 3dwebsite.de.

– zur Wiederholung bzw. Erstinformation bezüglich der entsprechenden Bildbearbeitungsschritte in den Adobe-Programmen Photoshop™ und Photoshop-Elements™:

➢Herstellung eines Anaglyph-Stereobildes unter Einbeziehung der »Kanäle-Palette« in Photoshop™ 4 bis CS3

➢Stereo-Anaglyphen, hergestellt mit einer »Einobjektiv«-Kamera …

➢ Anaglyph-Stereofotografie mit Adobe Photoshop – Elements™

➢ ein Blick auf Stereokarten

The Body of Sethos I. who lived in 14th century B.C. – Cairo, Egypt

Underwood & Underwood

3D-Programme wie »Blender« oder »Bryce« ermöglichen es auf digitalem Weg und unseren Augenabstand simulierend, ähnlich einer fotografischen Stereoaufnahme, zwei stereoskopische »Teilbilder« einer Szenerie herzustellen. Blender kenne ich persönlich nicht, doch Bryce verfügt tatsächlich über eine »Kamera«. Damit war mir damals, bei meinen ersten Versuchen mit dem Programm, sofort klar, dass ich also auch das »seitliche Verschieben« eines Fotoapparates vor der Aufnahme eines zweiten Stereo-Teilbildes ausprobieren sollte. Schwierig war es nur, das räumliche Koordinatensystem zu verstehen – die x-y-z Achsen, bzw. die notwendigen numerischen Eingaben – und natürlich den richtigen »seitlichen« Kameraabstand einzuschätzen. Die Gesetzmäßigkeit, dass die »Stereobasis« für die Aufnahme und spätere räumliche Wahrnehmung von im unmittelbaren Nahbereich befindlichen Dingen verringert werden muss, gilt natürlich auch hier. So kann auf der folgenden Stereokarte das große runde Objekt, links angeschnitten im Vordergrund, nicht wirklich fokussiert werden (Augenschmerz!!!) – ich habe den seitlichen Kameraabstand, also die Stereobasis, zu groß gewählt. Dagegen ist die räumliche Wirkung etwa in den oberen zwei Dritteln der Karte gut. Übrigens, die Mumie wirkt hier sogar extrem räumlich. Sie entstammt einer antiken Stereokarte. Bryce erlaubt es, auch Bilder (in diesem Fall – Bildausschnitte) in die Szene einzufügen. Also habe ich, der Stereologik folgend, innerhalb der Bryce-Szene auf dem Drahtgittermodell der Projektionsfläche des einzufügenden »Bildes« die Mumie ausgetauscht. Der rechten Kameraposition wurde auch das rechte Mumien-Teilbild der Stereokarte zugeordnet und umgekehrt …
Wie gesagt, es war ein erster Versuch … – und immer aus der Sicht des Kameramannes.

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