… playing with Fujifilm-Finepix-Real-3D-W1

In diesen Tagen stelle ich in den Blog meines kleinen Freundes Rolf Holunder unter dem Titel –playing »Avatar«– eine Folge von stereoskopischen Ansichten ein, die alle mit der Fuji-Finepix-Real-3d-W1–Stereokamera aufgenommen wurden. Diese Kamera ist seit dem letzten Herbst erhältlich und dass ich sie hier in diesem auch inhaltlichen Zusammenhang erwähne und meine ersten Erfahrungen mit ihr zumindest visuell darstelle, soll vorerst in zwei Sätzen einen Ausdruck finden:
Sie ist ein wunderbares SPIELZEUG für den Freund der Stereoskopie. –
Ja, sie ist zur Zeit mein liebstes Spielzeug.

Im Internet lassen sich viele Informationen über diese Kamera finden und in den Blogeinträgen, Diskussionsforen und auf diversen Test-Seiten (s.a. unten) äußert man sich sehr, sehr kritisch aber auch gleichermaßen begeistert – es geht dabei hauptsächlich um das im Vergleich zu den typischen Stereorigs (in Eigenbauweise) kompakte und solide wirkende Erscheinungsbild der Kamera, um ihren Preis, um ihr Display, welches das Motiv schon kurz vor und dann natürlich nach der Aufnahme bereits in einer 3d-Darstellung zeigt und hinsichtlich seiner Wirkung beurteilen lässt, um die relativ große Stereobasis von 7,7 cm und natürlich um die Bildqualität. Letztere wird als sehr problematisch eingeschätzt, besonders wenn man die Kamera im Automatik-Modus arbeiten lässt bzw. bei allen Lichtempfindlichkeits-Einstellungen höher als ISO 200.

Also wähle ich vorerst ganz konventionell möglichst eine Empfindlichkeit von ISO 100 , eine Belichtungszeit von 1/125 sec. und eine entsprechend angepasste manuelle Einstellungen der Blende, eben je nach Lichtverhältnissen …

Und was das eigentliche Halten der Kamera angeht, unter Vermeidung des ebenfalls viel diskutierten, leicht möglichen teilweisen Verdeckens eines der beiden Objektive, – ich habe noch einen alten soliden Kameragriff gefunden. So kann die linke Hand, selbst während des Kriechens durch Dickicht, des Kletterns auf dem schrägsten Abhang und auch auf einem Felsen am Meer oder während des fotografischen Blicks in eine Schlucht so richtig fest zupacken, während die rechte – entsprechend entlastet – die Blende wählt und den Verschluss auslöst …

… durchaus übersichtlich und schnell erlernbar –

die F-Taste führt zur manuellen ISO – Blenden- und Zeit-Auswahl …

zwei wichtige Anmerkungen:

Eine Ergänzung bzw. Nachbearbeitung der Bilder mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm erscheint mir notwendig, denn ich persönlich, das mag auch an meiner Art zu fotografieren liegen, korrigiere in meinen aus den Stereo-Bildpaaren gestalteten Anaglyphen die Parallaxe meist nach, indem ich den Inhalt des Rotkanals (oder des Grün- und Blau-Kanals) horizontal verschiebe und dabei mein jeweiliges wichtigstes Bilddetail im Auge habe … – solange bis Parallaxe bzw. räumliche Wirkung für mich optimal erscheinen. Ein Kompromiss wird dabei meist immer notwendig sein. Das zeigen auch viele der Bildbeispiele, die in der FUJIFILM FinePix REAL 3D User Group auf Flickr.com zu finden sind, und zu der oben erwähnten Korrektur bzw. zur differenzierten Betrachtung der Anaglyphen lassen sich dort auch weitere Beispiel-Fotos finden.

Die von Fuji eigentlich gemeinte Betrachtung der stereografischen Aufnahmen ohne 3D-Brille auf Grundlage eines speziellen Druckverfahrens und eine Betrachtung der Bilder, die im systemspezifischen MPO-Format vorliegen, mit dem 3D-Bilderrahmen FINEPIX-REAL-3D-V1 vernachlässige ich hier völlig. Mir genügen das Teilen (Splitten) der jeweiligen MPO-Bild-Datei in die beiden stereoskopischen Halbbilder im JPEG-Format, ihre Umwandlung in »Schwarzweiß« und ihre dann folgende und an anderer Stelle beschriebene Kombination zu einer anaglyphen Darstellung bzw. ihre Formatierung zu einer klassischen Stereokarte für eine Betrachtung mit meinen antiken Stereoskopen.

… eine Anaglyphe von digiklix.de, aus der dort zu Verfügung gestellten originalen MPO-Datei gewonnen

… das Bild noch einmal, doch etwas verändert …

In dieser Bildvariation habe ich im Programm Photoshop den Inhalt des Rot-Kanals so weit nach links verschoben, bis die im Originalbild »geisterhafte« zweite Erscheinung des Stöckchens in der linken Hand des kleineren Mädchens nahezu verschwunden ist. Dafür entsteht nun aber ein leichter Geist-»Schatten« der pinkfarbenen Jacke des linken Mädchens, den ich persönlich eher in Kauf nehmen möchte. – Ein schönes Beispiel für den oben erwähnten Kompromiss!

Durch die Verschiebung des Rot-Kanals nach links, tritt das gesamte Bildmotiv in das stereoskopische Scheinfenster zurück. Auch das kann hier deutlich nachvollzogen werden und evtl. muss man dieses Phänomen für eine evtl. beabsichtigte Bildwirkung berücksichtigen – also vielleicht doch lieber den Stöckchen-Geist akzeptieren??!

Doch geht das alles auch auf einem Mac?

Diese Frage stellt sich sofort, denn leider gibt auf meine Nachfrage hin auch der Fuji-Service selbst zu, dass die mitgelieferte FinePixViewer Software auf einem Mac relativ nutzlos ist und die MPO-Dateien nicht einmal erkennt, geschweige denn splittet. Doch die freundliche Mitarbeiterin hat mir im Mail-Anhang u.a. gleich noch eine komplette Programmdatei mitgeschickt: SplitMPOv2.dmg.
Und dieses Programm stellt sich als sehr zuverlässig heraus, sowohl unter MacOS 10.4.11 / Tiger auf einem iMac G5 – PPC, als auch unter MacOS 10.6.2 / Snow-Leopard auf einem neuen iMac – Intel.

Eine Besonderheit muss noch dringend erwähnt werden. Beim Anschluss der Kamera erscheint ihre Speicherkarte nicht als gemountet auf dem Schreibtisch des Mac und auch nicht in der Favoriten-Seitenleiste unter den »Geräten«. Die Übertragung der Bilder von der Kamera sowohl im JPEG als auch im MPO-Format leistet bei mir glücklicherweise noch eine alte NikonView-Software (Version 6), offensichtlich zusammen mit Rosetta. Sonst müsste ich wohl noch einen extra Card-Reader nutzen. Apples iPhoto und die Adobe-Programme bemerken zwar den Kameraanschluss, erkennen aber die MPO-Dateien nicht. Diese Problematik wird auch in der Flickr-User-Group diskutiert. Als sehr hilfreich habe ich schließlich für meine entgültige Kaufentscheidung empfunden, dass bei digiklix.de auf der zweiten Seite einer sehr differenzierten und zutreffenden Beschreibung eines ersten Eindrucks von der Kamera die Möglichkeit des Downloads von zwei MPO-Originaldateien angeboten wird. Mit diesen habe ich erst einmal die Funktion von SplitMPOv2 und auch des DreiDe Viewers »DreiDe 1.0.0.a« von Michael J. Hußmann auf meinen Macs getestet. Super, sie funktionieren einwandfrei!

Hier eine Liste der Links zu allen hilfreichen Informationen:

auf digiklix.de:

auf Flickr.com:

Blogeinträge zur FUJIFILM FinePix REAL 3D:

ein Kauf bei Amazon?

zur zusätzlichen Software:

und schließlich für Windows-User:

ein »Themenschwerpunkt 3D«

  • in der Zeitschrift: FotoHits, Nr. 1-2/2010

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… playing »Avatar«

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